
Verantwortungsbewusstsein der Atomindustrie
Abfall-Problematik
Die Atomindustrie übt
sich bei jeder Gelegenheit in Selbstbeweihräucherung. Sie behaupten
allen Ernstes, die Abfallproblematik von Anfang an berücksichtigt
zu haben. Das stimmt insofern, dass schon unter den ersten Atomphysikern
Leute waren, die vor einem unlösbaren Abfallproblem warnten.
Mit der industriellen Nutzung der Atomkraft wurde dieses Problem jedoch unter den Teppich gekehrt.
Atommüll-Dumping
im Meer
Die Atomindustrie war verantwortungslos
genug, um ihren Dreck jahrelang einfach ins Meer zu kippen. So versenkte
beispielsweise die Schweiz über 5'000 Tonnen Atommüll im Meer,
frei nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Im Jahre 1972 wurde
die London Dumping Convention ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Abfallentsorgung
in den Weltmeeren zu regeln. Die Schweiz unterschrieb das Abkommen erst
1979 (nach Frankreich, Deutschland, Italien u.s.w.).
Im Jahr 1983 verhängte die London Dumping Convention endlich ein Moratorium auf Atommüllversenkung. Die Schweiz und Belgien beabsichtigten sogar nach diesem Moratorium noch weiter zu versenken. Erschreckend ist, dass sich die Schweizer Behörden nachwievor diese Option offen halten.
Ausserdem soll gemäss einer amerikanischen Untersuchung jedes dritte Fass spätestens beim Aufprall auf dem Meeresboden bersten.
Von einem verantwortungsvollen Umgang der Atomindustrie mit ihren Abfällen kann also keinesfalls die Rede sein.
Atommüll den Russen
verschachern?
Wie verantwortungsbewusst
und ehrlich die Atomindustrie ist, zeigte ein streng vertrauliches Dokument,
das Ende 1998 auftauchte. Gemäss diesem Protokoll führte die
Schweizer Atomindustrie mit Russland Verhandlungen, ob sie unseren ganzen
Atommüll gegen gute Devisen in den Ostblock karren können. Beide
Seiten waren sich bewusst, dass es weder nach Schweizerischem noch nach
Russischem Gesetz erlaubt war, solche "Geschäfte" zu machen. Aber
die Atomindustrie wird darauf vertraut haben, dass sie "ihre" Politiker
schon soweit kriegen würde.
Dieser Skandal zeigt, dass
selbst die Atomindustrie sich langsam im klaren wird, dass eine Endlagerung
im Wellenberg weder sicher noch finanzierbar ist.